Logo Created with Sketch. SCHUMANN

Lieferkettenprobleme meistern: Kreditmanagement & Risikoanalyse

Warum sind Lieferkettenprobleme auch eine Aufgabe für das Kreditmanagement? Sie erfahren, wie Sie Risiken entlang der gesamten Supply Chain bewerten, mindern und im Ernstfall schnell reagieren können. Von Nearshoring über Diversifikation der Lieferanten bis hin zu Preis- und Abnahmevereinbarungen. Erfahren Sie mehr über praxisnahe Strategien, um Produktionsausfälle zu vermeiden, Margen zu schützen und Ihre Liquidität zu sichern.
SCHUMANN Insights
, Prof. Dr. Matthias Schumann

Lieferkettenprobleme managen, auch eine Aufgabe für das Kreditmanagement?

In Zeiten globaler Spannungen kommen Lieferketten oder -netze immer stärker in den Fokus. Veränderte Transportrouten und sogar -blockaden führen zu massiv steigenden Preisen für einzelne Güter, teilweise sogar einem Totalausfall von Lieferungen. Ebenso können Zölle mit massiven Preissteigerungen verbunden sein. Auch Wetter- und Umweltereignisse können zu Lieferproblemen führen.

In solchen Situationen stellt sich bei den Kunden die Frage, ob es Alternativen bei den Lieferanten gibt. Fällt der Lieferant aus, kann im Extremfall auch die eigene Produktion stillstehen, mit wesentlichen eigenen wirtschaftlichen Folgen. Steigen die Preise des Lieferanten, so ist zu prüfen, ob man selber in der Lage ist, diese Preissteigerungen weiterzugeben. Anderenfalls sinken die eigenen Margen. Hat man feste Abnahmepreise mit den Lieferanten vereinbart, so dass der Lieferant die höheren Kosten zu tragen hat, ist zu prüfen, ob der Lieferant die Kostenerhöhungen tragen kann oder dadurch in Liquiditätsengpässe gerät, bis hin zur Folge der Zahlungsunfähigkeit und des Ausscheidens aus dem Markt. Handel es sich dabei um ein Single Sourcing, dann steht man vor der Herausforderung schnell Ersatz zu finden und erleidet als Kunde selber einen massiven Schaden. Es gibt Beispiele, bei denen die Abnehmer ihre Lieferanten in solchen Situationen übernommen haben, um selber keinen noch größeren Schaden zu erleiden. 

Damit ist die finanzielle Stabilität der Lieferanten genauso bedeutend, wie die der Kunden. Prüfungen der Lieferanten auf diesen Aspekt sollten damit auch zum Standardrepertoire der Prüfungsprozesse gehören. Eine Aufgabe für das Kreditmanagement.

Ebenso müssen aufgrund der Lieferantenansiedlungen politische Risiken in die Betrachtung einbezogen werden. Auch damit sollte das Kreditmanagement vertraut sein.

Schließlich ist zu prüfen, wie stabil die genutzten Transportketten sind. Treten hier Probleme auf, dann sollten bereits Alternativen simuliert worden sein, die bei Bedarf verwendet werden können.

Bei der aktuellen Lage sind z. Zt. zwei weitere Maßnahmen erkennbar, die Unternehmen ergreifen. Zum einen reallokieren einzelne Unternehmen ihre Zulieferer. Aus Offshoring wird dabei Nearshoring, um die Transportketten zu verkürzen. Außerdem ist zu beobachten, dass beim Single Sourcing kritisch hinterfragt wird, welches Risiko damit in der Lieferkette vorhanden ist. Hier wird geprüft, ob nicht zumindest ein zweiter Lieferant, der dann aber auch bezogen auf politische Abhängigkeiten und Transportwege anders ausgestattet ist, in Erwägung gezogen werden sollte. Das kann dann allerdings nicht einfach ein „stand by“ sein, der dann zum Zuge kommt, wenn der andere ausfällt. Es müssen dann z. B. Aufteilungen nach Belieferungsquoten erfolgen. Auch diese Maßnahmen können natürlich die eigenen Kosten erhöhen. Hier gilt es, Abwägungen zu treffen. Evtl. muss man sogar solche Betrachtungen über den eigenen Lieferanten (Tier 1) hinaus entlang der gesamten Lieferkette betreiben, wenn man keine Überraschungen erleben will, um so auch auf die Lieferanten der Lieferanten einzuwirken.

In einer solchen Situation ist damit auch das Kreditmanagement gefragt, mit der vorhandenen Expertise nicht nur die Kundenseite zu bewerten, sondern auch eine solche Bewertung auf der Lieferantenseite abzugeben. Kombiniert man dieses mit weiteren Informationen entlang der Lieferketten, kann vorbeugend eine Risikoabschätzung vorgenommen werden und risikomindernde Maßnahmen lassen sich einleiten. 

Wir beraten Sie gern!

Schreiben Sie uns eine Nachricht, wir besprechen Ihre Situation und Ihre Möglichkeiten.